Schiller-Begleitung — Folge 1. Eine kurze Hintergrundfolge für Gymnasiasten, die Schillers Die Räuber gerade lesen. Kein Spoiler zum Stück.
Bevor du Akt 1 aufschlägst, vergiss kurz das Bild vom greisen Klassiker mit Lorbeerkranz. Schiller war 21, als er Die Räuber schrieb — und er hatte enorm viel Wut zum Loswerden. Diese Folge erzählt, wie es zu dem Stück kam: die acht Jahre auf der Hohen Karlsschule unter dem württembergischen Herzog Karl Eugen, ein militärisches Drill-Internat von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, kein Privatleben, ständige Aufsicht. Daneben die reale Drohkulisse: der Dichter Christian Schubart saß ohne Anklage zehn Jahre auf der Festung Hohenasperg, weil er etwas Falsches geschrieben hatte. Schiller wusste das und schrieb trotzdem — heimlich, nachts, auf der Toilette. 1781 erschien das Stück anonym im Selbstverlag; 1782 die zweite Auflage mit dem berühmten Frontispiz: ein aufgerichteter Löwe und der lateinische Kampfruf “In Tyrannos!”. Wir reden über die Mannheimer Uraufführung am 13. Januar 1782, die als einer der größten Theaterskandale des Jahrhunderts in die Geschichte einging — und über Schillers nächtliche Flucht aus Stuttgart im September 1782. Die Räuber ist kein Klassiker im Klassiker-Sinn. Die Räuber ist ein Wutbuch eines 21-Jährigen.
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Sprache: Deutsch. Niveau B2. Länge: ~5 Minuten.