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Allegro Pastell im Kino — Warum der Film die Kritiker spaltet

Allegro Pastell im Kino — Warum der Film die Kritiker spaltet

Apr 18, 2026 • 17min 08s

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Am 16. April 2026 lief „Allegro Pastell“ in den deutschen Kinos an — die Verfilmung des gleichnamigen Kultromans von Leif Randt aus dem Jahr 2020. Regie führte Anna Roller, das Drehbuch schrieb Randt selbst, und die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen.

Die Feuilleton-Kritiken (epd Film, Filmstarts, Goethe-Institut, critic.de, Kino-Zeit, Film-Rezensionen) feiern den Film als kongeniale Adaption eines schwer zu übersetzenden Stoffs. Sylvaine Faligant in der Hauptrolle wird als Offenbarung gefeiert, die kühle Bildsprache als präziser Griff in den Zeitgeist gelobt, die kompromisslose Roman-Treue als mutige Entscheidung gegen den Mainstream.

Die YouTube-Reviews ziehen dagegen nur magere 5,5 von 10. Das Hauptpaar wirke distanziert, Jannis Niewöhner zu lasziv, die Figuren unerträglich. Viele Zuschauer sitzen schlichtweg gelangweilt im Kino — und die Nebenfiguren (Luna Wedler, Martina Gedeck) stehlen dem Hauptpaar die Show.

In dieser Folge gehen wir der Frage nach, warum ein Film, der eine scheinbar perfekte Fernbeziehung zwischen Berlin und Maintal erzählt, das Publikum derart spaltet. Wir schauen auf das Milieu der beiden Protagonisten — Tanja Arnheim als erfolgreiche Autorin in Neukölln, Jerome Daimler als Webdesigner im unterkellerten Bungalow seiner Eltern — und auf eine Welt, in der es keine echten Sorgen mehr gibt, nur hyperreflektierte Selbstbeobachtung. Der Satz von Tanjas Therapeuten-Mutter („Ich habe Burnout-Patienten, die haben noch nie gearbeitet“) bringt das Paradox auf den Punkt: Wenn es keine Probleme gibt, bastelt man sich eben selbst welche.

Wir sprechen über den Beginn der Romanze, die per Voice-Over nüchtern wie ein Quartalsabschluss ausgewertet wird, über das Geburtstagsgeschenk, das alles zum Kippen bringt, und über den Begriff der „distanziert lebensbejahenden Zugewandtheit“. Wir arbeiten heraus, wie die Kameraarbeit an Berliner Orten wie der Hasenheide oder der Frankfurter Skyline bewusst eine sterile Kühle erzeugt, wie Max Riegers Score die Figuren wie Insekten im Terrarium beobachtet — und warum die Regisseurin bewusst Romanszenen wie den legendären Decathlon-Besuch strich.

Der entscheidende Punkt: Der Film verweigert die klassische Katharsis lange, bevor er sie auf der Zielgeraden plötzlich doch zulässt. Erst wenn das ganze Konstrukt der distanzierten Ironie kollabiert, bricht echtes, ungebrochenes Gefühl durch. Die Folge endet mit der Frage, ob wir uns über diese Figuren und ihre WhatsApp-Analysen erhaben fühlen dürfen — oder ob wir alle längst so ticken.

Quellen: epd Film, Kino-Zeit, Filmstarts, Goethe-Institut, critic.de, Film-Rezensionen sowie zwei YouTube-Filmkritiken. Spoilerfreie Einordnung.

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17:08 Allegro Pastell im Kino — Warum der Film die Kritiker spaltet
Apr 18, 2026
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